Die Grundlage unserer Arbeit ist der freie Zusammenschluß von Jungen
zu Gruppen. Die Gruppen, die durch die Sympathie der Mitglieder
untereinander entstehen, sind gesellschaftliche Freiräume, in denen
ein freies Lernen, sei es emotional, sozial oder intellektuell stattfindet.
Wir sind unabhängig von Staat, Religionen und Parteien. Unserer
Meinung nach kann man keine Förderung beziehen und sich gleichzeitig
als unabhängig bezeichnen.
Im gemeinsamen gleichberechtigten Willensbildungsprozeß werden
gesellschaftliche Anstöße aufgenommen und verarbeitet, wird versucht,
zukünftige Entwicklungen zu erkennen und sie mitzugestalten. Die
Betonung bei Gruppenbildung und Lernen liegt auf frei. Das äußert
sich auch inder Symbolik unserer Flagge. Das Schwarz steht für das
Freie, Anarchische. Die wechselseitige Beziehung zwischen Gruppen,
Gruppenmitgliedern und Gesellschaft im sozialen Leben stellen wir
durch die rote Sonne dar. Die acht Strahlen symbolisieren die stabile
Gruppe. Das Grün des Kranichs verweist auf die Bedeutung der bedrohten
Natur, die wir, wie die Nomaden, nicht anthropozentrisch betrachten.
Der Kranich, in Japan Zeichen der Zuneigung, ist Symbol für Kontinuität
und Zielstrebigkeit. Er steht für die Sympahtie und Homoerotik in
der Gruppe.
Die Übereinstimmung des Menschen mit seinen eigenen Gefühlen und
Bedürfnissen ist die Grundlage der Autonomie des Einzelnen und der
Gruppen. Durch ihren Freiraum können sich Ideen und Selbstbewußtsein
mit gesellschaftlichen Auswirkungen entwickeln. Die kommunikationsstarken
Gruppen arbeiten mit anderen Jugendverbänden in der Form der freien
Assoziation bei gegenseitiger Hilfe, so auch im Natur- und Umweltschutz,
zusammen.
Auf Fahrten in die Dritte Welt setzen wir uns theoretisch und praktisch
mit dieser auseinander, sammeln Erfahrungen, erleben die sozialen
Konflikte unserer Zeit und nehmen kulturelle Anstöße auf. Die kennengelernten
Kulturformen prägen die Gruppen, sei es durch Übernahme der nomadischen
Architektur oder deren Lebensform, die sich, übersetzt in unsere
Gesellschaft, z.B. im Zusammenleben in alten Frabriketagen äußert.
Desweiteren unternehmen wir Fahrten, auf denen wir wandern, skifahren,
arbeiten, Höhlen befahren; machen wir Zeltlager, Seminare und Umweltschutzaktionen.
Durch die bedürfnisorientierte Willensbildung werden zeitgemäße
Ausdrucksformen gewählt, z.B. in der eigenen Musik: Punk, Hip Hop,
Independent. Das heißt allerdings nicht, daß wir uns von jungenschaftlichen
Liedern losgelöst hätten. Als Bewohner unwirtlicher Städte versuchen
wir, Jüngeren den Wert von Ästhetik nahe zu bringen. Wir achten
auf jungenschaftliche Fahrtenkultur als Teil unseres Selbstverständnisses.
Hamburg, im Frühjahr 1988